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	<title>kunstpartner &#187; Bücher</title>
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	<description>kunstpartner betreibt Forschung zu Themen der Kultursoziologie sowie des Kunst- und Kulturmanagements.</description>
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		<title>Forschen im Kulturmanagement: Jahrbuch f&#252;r Kulturmanagement 2009</title>
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		<pubDate>Tue, 28 Oct 2008 14:34:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>martin.troendle</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Besucherforschung]]></category>
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		<category><![CDATA[Museumsforschung]]></category>
		<category><![CDATA[Theorie des Kulturmanagement]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>in Vorbereitung</p>
<p>H&#246;hne, Steffen / Keller, Rolf / van den Berg, Karen / Bekmeier-Feuerhahn, Sigrid / Koch, Angela / Mandel, Birgit / Tr&#246;ndle, Maritn / Zembylas, Tasos (2009): Jahrbuch Kulturmanagement 2008, hrsg. v. Fachverband Kulturmanagement. Bielfeld: Transcript.<br />
<a href="http://www.transcript-verlag.de/ts1252/ts1252.php">Buch bei Transcript</a></p>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>in Vorbereitung</p>
<p>H&#246;hne, Steffen / Keller, Rolf / van den Berg, Karen / Bekmeier-Feuerhahn, Sigrid / Koch, Angela / Mandel, Birgit / Tr&#246;ndle, Maritn / Zembylas, Tasos (2009): Jahrbuch Kulturmanagement 2008, hrsg. v. Fachverband Kulturmanagement. Bielfeld: Transcript.<br />
<a href="http://www.transcript-verlag.de/ts1252/ts1252.php">Buch bei Transcript</a></p>
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		<title>Das Konzert: Neue Auff&#252;hrungskonzepte f&#252;r eine klassische Form.</title>
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		<pubDate>Tue, 28 Oct 2008 14:30:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>martin.troendle</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<p>Martin Tr&#246;ndle (Hg.) (2009): Das Konzert: Neue Auff&#252;hrungskonzepte f&#252;r eine klassische Form. Bielefeld: Transcript.</p>
<p>Man muss das Konzert ver&#228;ndern, um es zu erhalten. Denn die Krise der klassischen Musik ist keine Krise der Musik, sondern eine ihrer Auff&#252;hrungskultur. Anst&#246;&#223;e und Beispiele f&#252;r die Weiterentwicklungen des Konzerts und die Entwicklung neuer Auff&#252;hrungskonzepte, geben in dem Band Autoren aus Musikwissenschaft, Soziologie und &#214;konomie sowie Kritiker, Intendanten und der&#8230;</p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Martin Tr&#246;ndle (Hg.) (2009): Das Konzert: Neue Auff&#252;hrungskonzepte f&#252;r eine klassische Form. Bielefeld: Transcript.</p>
<p>Man muss das Konzert ver&#228;ndern, um es zu erhalten. Denn die Krise der klassischen Musik ist keine Krise der Musik, sondern eine ihrer Auff&#252;hrungskultur. Anst&#246;&#223;e und Beispiele f&#252;r die Weiterentwicklungen des Konzerts und die Entwicklung neuer Auff&#252;hrungskonzepte, geben in dem Band Autoren aus Musikwissenschaft, Soziologie und &#214;konomie sowie Kritiker, Intendanten und der Musikindustrie.</p>
<p>Mit Beitr&#228;gen von:</p>
<p>Prof. Dr. Beatrix Borchard<br />
Prof. Ludger Br&#252;mmer<br />
Dr. Markus Fein<br />
Prof. Dr. Heiner Gembris<br />
Prof. Dr. Werener Heinrichs<br />
Prof. Dr. Michael Hutter<br />
Christian Kellersmann<br />
Dr. Susanne Keuchel<br />
Prof. Dr. Volker Kirchberg<br />
Prof. Elmar Lampson<br />
Prof. Dr. Matthias Rebstock<br />
Prof. Dr. Jens Roselt<br />
Prof. Dr. Hans Christian Schmidt-Banse<br />
Prof. Dr. Gerhard Schluze<br />
Dr. Matthias Str&#228;&#223;ner<br />
Dr. Martin Tr&#246;ndle<br />
Prof. Dr. Elena Ungeheuer<br />
Prof. Dr. Raimund Vogels<br />
u.a.</p>
<h3>Rezensionen</h3>
<p>Durchgehend verst&#228;ndlich geschrieben und mit einer ansprechenden Satzgestaltung versehen, dringt das Buch entlang dem Begriff der Auff&#252;hrungskultur tief in die kulturellen, sozialen, &#246;konomischen und &#228;sthetischen Schichten dessen ein, was ein Konzert eigentlich ausmacht. Diesen Turn von der „Ausf&#252;hrungs- zur Auff&#252;hrungskultur“ offenbart neue M&#246;glichkeiten f&#252;r die Zukunft des Konzertes und wirkt erfrischend in der aktuellen Diskussion. Dabei geht es nicht um eine „Eventisierung“ des Konzerts, sondern darum, die Kunstform Konzert als &#228;sthetisch-soziale Pr&#228;sentationsform zeitgem&#228;&#223; weiter zu entwickeln, um der Musealisierung des Konzerts und der steten Veralterung des Publikums entgegenzuwirken: uneingeschr&#228;nkte Leseempfehlung.<br />
Isabella Urban, kulturmanagement.net, 06.12.2009</p>
<p>„Man muss das Konzert ver&#228;ndern, um es zu erhalten. Denn die Krise der klassischen Musik ist keine Krise der Musik, sondern eine ihre Auff&#252;hrungskultur“, lautet eine der Kernaussagen dieses Buchs, das ein Muss ist f&#252;r jeden, der sich Gedanken &#252;ber die sinnvolle und notwendige Weiterentwicklung des Konzertwesens macht.<br />
&#8230; ein spannendes Konglomerat von Ans&#228;tzen und Sichtweisen dar&#252;ber, wie die Auff&#252;hrungskultur sinnvoll weiterentwickelt werden kann und muss. &#8230; ein Buch, dem man nur eine rasche Verbreitung w&#252;nschen kann.“<br />
Gerald Mertens, Das Orchester 11/09</p>
<p>“So fundiert, so wegweisend, so umfassend recherchiert und  vielgestaltig habe ich die Themen Populationsschwund in den &#8220;Konzerth&#228;usern&#8221; und &#8220;Musikvermarktung heute&#8221; noch nie aufgearbeitet gefunden.”<br />
Mandy Wei&#223; Musik- und Musikfeature-Redakteurin, MDR Figaro, 23.09.09</p>
<p>„&#8230;. das Erfolgsmodell von vor 150 Jahren verliert dramatisch an Anziehungskraft: Der Deutsche Musikrat hat zwischen 1993 und 2006 einen R&#252;ckgang der Besucherzahlen um 21,3 Prozent registriert; das Durchschnittsalter der Zuh&#246;rer liegt heute zwischen 55 und 60 Jahren, und es gilt als unwahrscheinlich, dass heute 30-J&#228;hrige mit 50 die Klassik f&#252;r sich entdecken. Wenn man solche Statistiken vorsichtig auf die kommenden Jahrzehnte hochrechnet, ergeben sich apokalyptische Szenarien – den meisten Orchestern, Opernh&#228;usern und Konzertveranstaltern w&#228;re jede Existenzgrundlage entzogen. Bisher ist man dem erwarteten Zuh&#246;rerschwund mit zwei Strategien entgegengetreten: mit p&#228;dagogischen Ma&#223;nahmen vor allem f&#252;r Kinder und Jugendliche und mit den Mitteln des Marketings, die neue Besucher werben sollen.<br />
Der Musiker und Kulturwissenschaftler Martin Tr&#246;ndle f&#252;gt in dem von ihm herausgegebenen Buch einen dritten, wom&#246;glich entscheidenden Ansatz hinzu. Er wendet den Blick weg vom Publikum auf das Konzertereignis selbst.“<br />
Stefan Arndt, Hannoversche Allgemeine Zeitung, 15.08.2009</p>
<p>„Ein zweifellos wichtiger Reader zum Stand der gegenw&#228;rtigen Diskussion &#252;ber Wege aus der Krise des Konzertwesens [...].“<br />
Neue Musik Zeitung 10/2009</p>
<p>„Man muss das Konzert ver&#228;ndern, um es zu erhalten. Denn die Krise der klassischen Musik ist keine Krise der Musik, sondern eine ihre Auff&#252;hrungskultur“, lautet eine der Kernaussagen dieses Buchs, das ein Muss ist f&#252;r jeden, der sich Gedanken &#252;ber die sinnvolle und notwendige Weiterentwicklung des Konzertwesens macht. Herausgeber Martin Tr&#246;ndle hat im Fr&#252;hjahr 2008 namhafte Autorinnen und Autoren aus Musikwissenschaft, Musikwirtschaft, aus Soziologie, &#214;konomie und Kulturwissenschaften in zwei Veranstaltungen zur „Zukunft des Konzerts“ bzw. „Suche nach dem Publikum“ interdisziplin&#228;r zusammengef&#252;hrt und deren Beitr&#228;ge nun in einem gelungenen Sammelband zusammengefasst. Herausgekommen ist ein spannendes Konglomerat von Ans&#228;tzen und Sichtweisen dar&#252;ber, wie die Auff&#252;hrungskultur sinnvoll weiterentwickelt werden kann und muss. Im ersten von insgesamt sieben Kapiteln geht es um das „Konzertwesen und seine Akteure“. Der Soziologe Gerhard Schulze beleuchtet die Entwicklung des H&#246;rens von Musik und prophezeit dem Livekonzert im 21. Jahrhundert als einzigartigem Erlebnis eine gute Zukunft. Wirtschaftswissenschaftler Michael Hutter beschreibt den Einfluss &#246;konomischer Gr&#246;&#223;en auf die Entwicklung des Konzertwesens. Seine &#220;berlegungen zur Tarifpolitik gehen allerdings teilweise an der Realit&#228;t vorbei und vernachl&#228;ssigen die Tatsache, dass von den 133 deutschen Kulturorchestern &#252;ber 80 Opernorchester sind, bei denen der Konzertbereich inhaltlich und &#246;konomisch eine v&#246;llig untergeordnete Rolle spielt. Heiner Gembris und Susanne Keuchel pr&#228;sentieren die j&#252;ngsten Tendenzen der Besucherforschung und Publikumsentwicklung. Im zweiten Kapitel geht es um das Konzertereignis als einem „Moment kultureller Produktion“, im dritten werden verschiedene Konzertst&#228;tten untersucht und typisiert. Interessant ist die Unterscheidung Volker Kirchbergs zwischen au&#223;er-gew&#246;hnlichen, traditionell-gew&#246;hnlichen und „&#252;ber-gew&#246;hnlichen“ Konzertst&#228;tten, wobei Letztere meist durch eine spektakul&#228;re Architektur gekennzeichnet sind. Mit „Kommunikation und K&#246;rperlichkeit“ ist das vierte Kapitel &#252;berschrieben, in dem u.a. Christian Kellersmann eine Lanze f&#252;r die neue Musik als Zukunftspotenzial des Konzertbetriebs bricht.  Im f&#252;nften Kapitel werden die Themen angesprochen, die sich im g&#228;ngigen Konzertgesch&#228;ft rasch in die Praxis umsetzen lassen und wohl die gr&#246;&#223;ten Innovationspotenziale freisetzen. Vor allem Markus Fein beschreibt sehr anschaulich die Entwicklung und Wirkung spannender Konzertdramaturgien, die das Publikum in besonderer Weise in das eigentliche Konzertgeschehen einbinden und hierdurch neue Wahrnehmungs- und Erlebnisebenen schaffen. In diesem Sinn beschreiben Beatrix Borchard, wie man Konzerte f&#246;rmlich „inszenieren“ kann, und David Canisius, wie das Clubformat der „Yellow Lounge“ neue Zuh&#246;rerschichten erreicht. Kritische Anmerkungen zur eventorientierten Musikvermittlung von Matthias Str&#228;&#223;ner finden sich im sechsten Kapitel. Am Ende jedes Kapitels finden sich Literaturverzeichnisse. Kleine Fehler st&#246;ren (z.B. „TKV“ statt „TVK“), aber es &#252;berwiegt der sehr positive Eindruck des Buchs, dem man nur eine rasche Verbreitung w&#252;nschen kann.<br />
Gerald Mertens, das Orchester 11/2009, Seite 62</p>
<p><strong>Aber bitte mit Aura</strong><br />
In diesen Tagen beginnt &#252;berall die neue  Klassiksaison – meist mit einem Konzert.  Doch ist das noch die richtige Form, um  Menschen f&#252;r Musik  zu begeistern?</p>
<p>Jetzt r&#228;cht es sich, dass Walter Benjamin nie einen iPod besessen hat. In seinem Essay „Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit“ von 1936 untersuchte er, wie die damals noch jungen Medien Film und Fotografie das Theater und die bildende Kunst beeinflussten. Benjamin bef&#252;rchtete, das Erlebnis der Kunst k&#246;nne k&#252;nftig an Intensit&#228;t verlieren und die „Aura“ der Kunst zerst&#246;rt werden. Seither haben sich die Arten, Theater zu machen oder Kunst zu zeigen, erheblich entwickelt: Dem Regisseur des modernen Theaters ist der Kurator als ein Interpret und k&#252;nstlerischer Forscher im Ausstellungsbereich zur Seite getreten.<br />
Die Musik spielte in diesem Zusammenhang f&#252;r Benjamin noch keine Rolle – ganz einfach, weil das Grammofon mit seinem blechernen Klang noch nicht ernsthaft als Reproduktionsquelle angesehen werden konnte. Und als ob sich seit damals nichts ge&#228;ndert h&#228;tte, verharrt das Konzertwesen noch immer in der Form, die es Ende des 19. Jahrhunderts angenommen hatte.<br />
Doch verliert das Erfolgsmodell von vor 150 Jahren dramatisch an Anziehungskraft: Der Deutsche Musikrat hat zwischen 1993 und 2006 einen R&#252;ckgang der Besucherzahlen um 21,3 Prozent registriert; das Durchschnittsalter der Zuh&#246;rer liegt heute zwischen 55 und 60 Jahren, und es gilt als unwahrscheinlich, dass heute 30-J&#228;hrige mit 50 die Klassik f&#252;r sich entdecken. Wenn man solche Statistiken vorsichtig auf die kommenden Jahrzehnte hochrechnet, ergeben sich apokalyptische Szenarien – den meisten Orchestern, Opernh&#228;usern und Konzertveranstaltern w&#228;re jede Existenzgrundlage entzogen. Bisher ist man dem erwarteten Zuh&#246;rerschwund mit zwei Strategien entgegengetreten: mit p&#228;dagogischen Ma&#223;nahmen vor allem f&#252;r Kinder und Jugendliche und mit den Mitteln des Marketings, die neue Besucher werben sollen.<br />
Der Musiker und Kulturwissenschaftler Martin Tr&#246;ndle f&#252;gt in dem von ihm herausgegebenen Buch „Das Konzert – Neue Auff&#252;hrungskonzepte f&#252;r eine klassische Form“ (Transcribt-Verlag, 333 Seiten, 29,80 Euro) einen dritten, wom&#246;glich entscheidenden Ansatz hinzu. Er wendet den Blick weg vom Publikum auf das Konzertereignis selbst. Tr&#246;ndle, der bis vor einem Jahr als Musikreferent im nieders&#228;chsischen Kulturministerium arbeitete, untersucht gemeinsam mit Wissenschaftlern und K&#252;nstlern unterschiedlicher Disziplinen die Formen und Rituale des Konzerts – und entdeckt dabei gro&#223;es Ver&#228;nderungspotenzial, das in einer &#252;berraschenden These gipfelt: Die Krise der klassischen Musik ist keine Krise der Musik, sondern eine ihrer Auff&#252;hrungskultur. Um das Konzert zu erhalten, so Tr&#246;ndle, m&#252;sse man es ver&#228;ndern.<br />
Sein Buch zeigt, dass das Konzertwesen in der Vergangenheit tats&#228;chlich st&#228;ndig variiert wurde. Die Orte, an denen Musik gespielt wurde, wuchsen vom privaten Musikzimmer zum prunkvollen &#246;ffentlichen Konzertsaal. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts waren die Programme bunt gemischt und so lang, dass es selbstverst&#228;ndlich war, das Konzert zwischendurch f&#252;r andere Dinge zu verlassen. Erst danach wurde das Repertoire auf wenige „Meisterwerke“ reduziert und die Programmabfolge auf Ouvert&#252;re, Konzert, Pause, Sinfonie normiert. Diese „Kulmination des b&#252;rgerlichen Konzertes“, die sich nicht zuletzt durch Subventionen bis heute erhalten hat, traf laut Tr&#246;ndle im letzten Drittel des 19.  Jahrhunderts den Nerv der Zeit: Man besuchte ein Konzert nicht zuletzt auch, „um das Bed&#252;rfnis nach Zugeh&#246;rigkeit zu einer bestimmten gesellschaftlichen Gruppe zu befriedigen“.<br />
In den vergangenen Jahrzehnten fiel diese Motivation weg. Identit&#228;tsstiftend war eher die Sozialisierung durch eine bestimmte Art der Popmusik, Klassik hat ihr gegen&#252;ber an Relevanz verloren. Doch gerade das scheint sich nun wieder zu &#228;ndern: Christian Kellersmann vom Musikgiganten Universal Music zumindest sieht in seinem Buchbeitrag die Popmusik im Abschwung. Sie beschr&#228;nke sich immer mehr auf postmoderne Zitatverweise und habe den lange behaupteten Anspruch auf musikalische Erneuerung verloren: „Popmusik entwickelt sich mehr und mehr zum gro&#223;en Musical, das t&#228;glich von einer Stadt zur anderen reist.“ Auf der anderen Seite belegten die Verkaufserfolge von Klassikalben, dass immer mehr junge Menschen auf der Suche nach Alternativen „die gro&#223;e Substanz, die Vielfalt, die Sch&#246;nheit und die Geschichte von klassischer Musik“ entdeckten.<br />
Diese Entwicklung m&#252;sse nur verst&#228;rkt werden. Kellersmann benennt daf&#252;r drei Kernpunkte, bei denen er dringenden Ver&#228;nderungsbedarf im Konzertwesen sieht: Das Image der Klassik muss verbessert werden, die Auff&#252;hrungskultur muss den Bed&#252;rfnissen eines jungen Publikums angepasst werden, und das Repertoire muss sich um zeitgem&#228;&#223;e St&#252;cke erweitern. Mit Projekten wie der „Yellow Lounge“, die Klassik in popul&#228;ren Berliner Klubs pr&#228;sentiert, f&#252;hrt Kellersmann bereits erfolgreich vor, wie das geht.<br />
Nat&#252;rlich kann ein Projekt allein nicht den Weg aus der Krise weisen. Er ist nur eine von vielen Anregungen, die das Buch gibt. Der Intendant der Nieders&#228;chsischen Musiktage, Markus Fein, der als „Konzertkurator“ selbst beispielhaft arbeitet, pl&#228;diert f&#252;r eine neue Dramaturgie der Programme. Weitere Buchbeitr&#228;ge geben Beispiele f&#252;r „inszenierte Konzerte“, f&#252;r das „Regiekonzert“ oder das „Featurekonzert“.<br />
Albert Schmitt, Manager der Bremer Kammerphilharmonie, sieht dagegen ganz andere Probleme: „Eine sch&#246;ne Frau braucht nicht viel Make-up, und eine Frau, die im tiefsten Inneren nicht von ihrer Sch&#246;nheit &#252;berzeugt ist, wird auch durch das raffinierteste Make-up niemals wirklich attraktiv sein.“ Wichtig ist ihm vor allem die Authentizit&#228;t der Spieler – ein Konzert werde dann museal, wenn man das „Feuer der Ausf&#252;hrenden“ nicht mehr sp&#252;ren k&#246;nne. Statt der Berufsmusiker brauche man „berufene“ Musiker.<br />
Eindeutige L&#246;sungen kann niemand bieten, auch Tr&#246;ndles Buch nicht. Doch es zeigt, dass es sich lohnt, die gegenw&#228;rtige Form des Konzerts zu &#252;berdenken. Nicht nur, weil es notwendig ist, um das Konzertleben f&#252;r die Zukunft zu erhalten. Viel wichtiger ist, dass auratische Konzerte im Sinne Walter Benjamins den H&#246;rern l&#228;ngst ungewohnte Gl&#252;cksmomente mit Musik wiederbringen k&#246;nnten. So ist die Zukunft nicht d&#252;ster, sondern so bunt wie nie.</p>
<p>Stefan Arndt, Hannoversche Allgemeine Zeitung, 15.08.2009</p>
<p><strong>Das Konzert. Neue Auff&#252;hrungskonzepte f&#252;r eine klassische Form</strong></p>
<p>Durchgehend verst&#228;ndlich geschrieben und mit einer ansprechenden Satzgestaltung versehen, dringt dieses Buch entlang dem Begriff der Auff&#252;hrungskultur tief in die kulturellen, sozialen, &#246;konomischen und &#228;sthetischen Schichten dessen ein, was ein Konzert eigentlich ausmacht.<br />
»Auf breiter Front gilt, dass das klassische Musikereignis &#8211; gleich ob Konzert-, Oper- oder Kammermusik &#8211; an Relevanz verloren hat, und zwar als &#228;sthetische wie als soziale Institution. Dies ist mittlerweile allgemein bekannt und hat in den letzten Jahren zu einer Vielzahl an Publikationen und Programmen in den Bereichen Audience Development, Music Education und Musikvermittlung gef&#252;hrt. Ziel dieses Bandes ist es, die Diskussion zu diesen Themen um die bisher kaum wahrgenommene Perspektive der &#8216;Auff&#252;hrungskultur&#8217; zu erweitern.« (S.10).  So selbstbewusst beginnt »Das Konzert: Neue Auff&#252;hrungskonzepte f&#252;r eine klassische Form« von Martin Tr&#246;ndle, Professor f&#252;r Kulturbetriebslehre und Kunstforschung an der Zeppelin University. Tr&#246;ndle entwickelt in diesem Buch mit einer Vielzahl namhafter Autoren aus Wissenschaft und Praxis den Begriff „Auff&#252;hrungskultur“ und erweitert dadurch ma&#223;geblich das Denken &#252;ber die live-Pr&#228;sentationsform der E-Musik.  In den Aktivit&#228;ten zur Musikvermittlung sollen potentielle Besucher (zumeist Kinder und Jugendliche) durch p&#228;dagogische, sozialisierende oder werbende Ma&#223;nahmen als Konzertbesucher gewonnen werden. Das Konzert an sich bleibt dabei weitgehend unangetastet.  Martin Tr&#246;ndle hingegen fragt in seinem Buch danach, wie sich das Konzert selbst, also als &#228;sthetisch-soziales Ereignis ver&#228;ndern muss, um ein neues Publikum anzuziehen. Damit f&#252;gt er der aktuellen Diskussion um die Zukunft der Klassik eine tats&#228;chlich neue Perspektive hinzu, die sich auf die These zuspitzen l&#228;sst, dass „… die Krise der klassischen Musik weniger eine der Musik selbst ist, als vor allem eine ihrer Darbietungsformen“ (S.21). Woraus folgt: Man muss das Konzert ver&#228;ndern, um es zu erhalten. &#196;hnlich dem Wandel also, der sich in der Interpretationspraxis vollzogen hat, muss sich auch die „Auff&#252;hrungskultur“ weiterentwickeln, um einem sich im Wandel befindlichen Publikum gerecht zu werden (S.38). Um diese Weiterentwicklungen der Auff&#252;hrungskultur zu skizzieren, vereint das Buch das Who-is-Who der Kulturbetriebslehre – unter ihnen: der Bamberger Kultursoziologen Gerhard Schulze, die Publikumsforscher Heiner Gembris (Universit&#228;t Paderborn) und Susanne Keuchel (Zentrum f&#252;r Kulturforschung), die Musikwissenschaftlerinnen Elena Ungeheuer (TU Berlin) und Beatrix Borchard (HMT Hamburg), Christian Kellersmann, Managing Director Universal Music Classics &amp; Jazz und Michael Hutter, der Direktor der Abteilung “Kulturelle Quellen von Neuheit” am Wissenschaftszentrum Berlin, um nur einige zu nennen.  Die Beitr&#228;ge folgen einer klaren Logik und geben dem Leser die M&#246;glichkeit schrittweise in die Thematik einzusteigen: Im ersten Teil werden die Problemlagen des Musikbetriebs analysiert. Dann bauen die Autoren, vielf&#228;ltige neue Perspektiven des „Zukunftskonzerts“ auf: Was l&#228;sst sich f&#252;r das „Zukunftskonzert“ lernen, versteht man das Konzert als performatives Ereignis? Was ist musikalische Pr&#228;senz und wie kann der Pr&#228;senzcharakter des Konzertereignisses gesteigert werden? Was k&#246;nnen wir bei der Untersuchung der sozialen und rituellen Funktion von Musik aus einem musikethnologischen Vergleich erfahren? Welche Chancen ergeben sich aus diesen &#220;berlegungen f&#252;r die Entwicklung neuer Konzertkonzepte? Welche Zukunft bieten die technischen Neuerung im Bereich der Raumakustik und welche Raumarchitekturen versprechen nachhaltig ein neues Publikum zu erreichen? Diese eher theoretischen Reflexionen tun gut. Sie heben den ansonsten sehr praxisorientierten, musikp&#228;dagogischen Diskurs um die Zukunft des Konzertes und er&#246;ffnen neue Perspektiven darauf, was ein Konzert ist und was es zuk&#252;nftig sein sollte.   Wie diese &#220;berlegungen umgesetzt werden k&#246;nnen, zeigen im n&#228;chsten Teil des Buches: Ein Versuch, das Konzert dramaturgisch und konzeptionell zu erneuern.  Im letzten Teil des Buches greift der Herausgeber Martin Tr&#246;ndle nochmals die wichtigsten Thesen auf und diskutiert sie mit Verantwortlichen des Musikbetriebs: Albert Schmitt, Managing Director der Deutsche Kammerphilharmonie Bremen, geht dabei vor allem auf das Selbstverst&#228;ndnis der Musiker ein und wie sich dieses Wandeln muss. Der Pr&#228;sident der Hochschule f&#252;r Musik und Theater Hamburg, Elmar Lampson, diskutiert die Ausbildung an Musikhochschulen und skizziert die Schl&#252;sselkompetenzen zuk&#252;nftiger Musiker. Werner Heinrichs, Rektor der Staatlichen Hochschule f&#252;r Musik und Darstellende Kunst Stuttgart diskutiert welche kulturpolitischen Weichenstellungen erfolgen m&#252;ssten, um die Auff&#252;hrungskultur erneuern zu k&#246;nnen und damit die Klassik zu revitalisieren.   Fazit<br />
Durchgehend verst&#228;ndlich geschrieben und mit einer ansprechenden Satzgestaltung versehen, dringt das Buch entlang dem Begriff der Auff&#252;hrungskultur tief in die kulturellen, sozialen, &#246;konomischen und &#228;sthetischen Schichten dessen ein, was ein Konzert eigentlich ausmacht. Diesen Turn von der „Ausf&#252;hrungs- zur Auff&#252;hrungskultur“ offenbart neue M&#246;glichkeiten f&#252;r die Zukunft des Konzertes und wirkt erfrischend in der aktuellen Diskussion. Dabei geht es nicht um eine „Eventisierung“ des Konzerts, sondern darum, die Kunstform Konzert als &#228;sthetisch-soziale Pr&#228;sentationsform zeitgem&#228;&#223; weiter zu entwickeln, um der Musealisierung des Konzerts und der steten Veralterung des Publikums entgegenzuwirken: uneingeschr&#228;nkte Leseempfehlung.</p>
<p>Dr. Isabella Urban, kulturmanagement.net, 06.12.2009</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Entscheiden im Kulturbetrieb: Integriertes Kunst- und Kulturmanagement.</title>
		<link>http://kunstpartner.com/integriertes-kunst-und-kulturmanagement/</link>
		<comments>http://kunstpartner.com/integriertes-kunst-und-kulturmanagement/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 20 Oct 2008 13:20:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>martin.troendle</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Tr&#246;ndle, Martin (2006): Entscheiden im Kulturbetrieb: Integriertes Kunst- und Kulturmanagement. Bern: Ott.<a href="http://kunstpartner.com/wp-content/uploads/2008/10/Kunst-und-kulturmanagement-Martin-Tr&#246;ndle.pdf"></a></p>
<p><a href="http://kunstpartner.com/wp-content/uploads/2008/10/Kunst-und-kulturmanagement-Martin-Tr&#246;ndle.pdf">Entscheiden im Kulturbetrieb: Interiertes Kunst- und Kulturmanagement, Martin Tr&#246;ndle</a> als PDF download 5,5 MB</p>
<p><em> Rezension von Dr. Isabella Urban, Kulturmanagement Network, April 2006 </em></p>
<p>Um was es geht</p>
<p>&#8220;Alles was in einer Organisation passiert, muss entschieden werden. Es muss entschieden werden, was als N&#228;chstes zu tun ist, und wie&#8221; (S. 28).<br />
Vordergr&#252;ndig scheint diese Aussage Allgemeingut, bei n&#228;herem Hinsehen&#8230;</p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Tr&#246;ndle, Martin (2006): Entscheiden im Kulturbetrieb: Integriertes Kunst- und Kulturmanagement. Bern: Ott.<a href="http://kunstpartner.com/wp-content/uploads/2008/10/Kunst-und-kulturmanagement-Martin-Tr&#246;ndle.pdf"></a></p>
<p><a href="http://kunstpartner.com/wp-content/uploads/2008/10/Kunst-und-kulturmanagement-Martin-Tr&#246;ndle.pdf">Entscheiden im Kulturbetrieb: Interiertes Kunst- und Kulturmanagement, Martin Tr&#246;ndle</a> als PDF download 5,5 MB</p>
<p><em> Rezension von Dr. Isabella Urban, Kulturmanagement Network, April 2006 </em></p>
<p>Um was es geht</p>
<p>&#8220;Alles was in einer Organisation passiert, muss entschieden werden. Es muss entschieden werden, was als N&#228;chstes zu tun ist, und wie&#8221; (S. 28).<br />
Vordergr&#252;ndig scheint diese Aussage Allgemeingut, bei n&#228;herem Hinsehen bringt sie jedoch tief greifende Implikationen mit sich. Die Erste lautet: jede Kulturorganisation ist nur so gut wie ihre Entscheidungen, die Zweite: die Kulturorganisation ist nur durch Entscheidungen zu dem geworden, was sie ist, und sie reproduziert sich durch Entscheidungen. Der Schl&#252;sselfunktion Entscheiden ist also nicht genug Aufmerksamkeit zuzumessen. Auf diesem Gedanken entfaltet der Autor die Argumentation folgenderma&#223;en:<span id="more-40"></span></p>
<p>a) Zun&#228;chst wird das Entscheidungsverhalten in Kulturorganisationen analysiert;<br />
b) darauf aufbauend entwickelt er ein kulturbetriebsspezifischen Entscheidungsinstrument; und<br />
c) diskutiert anschlie&#223;end Fragen zur Umsetzung getroffener Entscheidungen im Spannungsfeld zwischen Ver&#228;nderung und Beharrung.</p>
<p>Im Detail</p>
<p>Wie kommen Entscheidungen zustande, und wie deren Pr&#228;missen? Und: Was ist das Spezifische an Entscheidungen in Kulturorganisationen? Von diesen Fragen ausgehend analysiert Martin Tr&#246;ndle in Kapitel 2 zun&#228;chst aus organisationssoziologischer und systemtheoretischer Perspektive wie Entscheidungen in Kulturbetrieben zustande kommen und welche Rolle die Organisationskultur, die Organisationsgeschichte und Emotionen bei der Entscheidungsfindung spielen. Denn will man verstehen was in einem Museum, Theater oder in einem Festival hinter den vorgeschobenen Kulissen von Zielen, Aufgaben und Zw&#228;ngen wirklich vor sich geht, muss man die jeweilige &#8220;Entscheidungslogik&#8221; freilegen. Dazu gilt es den Taktiken der Akteure und deren Zusammenspiel im organisatorischen Kontext auf den Grund zu gehen. Kapiteltitel sind beispielsweise: &#8220;Die Verfestigung der Organisation beim Reden&#8221;, &#8220;Die Aufladung von Situationen&#8221;, &#8220;Die Evolution der Organisation&#8221;, &#8220;Was von Ihnen erwartet wird&#8221;, &#8220;Der kleine Unterschied: Organisation und Kulturorganisation&#8221;, &#8220;Die Kultur des Kulturmanagements&#8221; und &#8220;Die gef&#252;hlte Entscheidung&#8221;. Diese kleine Soziologie der Kulturorganisation ist gelungen und das entwickelte systemtheoretische Denken wird immer wieder durch Beispiele anschaulich gemacht. Beim Lesen stellt man sich die eine oder andere Frage zur eigenen Kulturorganisation und kommt auch mal ins Gr&#252;beln, l&#228;sst man vergangene Entscheidungssituationen Revue passieren.</p>
<p>Laut Autor hat es das Fach Kulturmanagement/Kulturvermittlung bisher nicht geschafft, eigenst&#228;ndige kulturspezifische Instrumente zu entwickeln. Die zumeist betriebswirtschaftlichen Instrumentarien, die auf Messbarkeit abheben, k&#246;nnen im Kulturbetrieb nur selten Anwendung finden, da hier nicht nur &#246;konomische, sondern auch &#228;sthetische, kulturelle, vermittelnde, soziologische etc. Faktoren in die Entscheidungsfindung mit einflie&#223;en m&#252;ssen. Zudem muss seiner Meinung nach die Monodisziplinarit&#228;t im Kulturmanagement &#252;berwunden werden: &#8220;Paradoxerweise stellt man &#8230; gerade im allt&#228;glichen Handeln in Kulturorganisationen schnell fest, dass die bisherigen, auf Teilgebiete eingeschr&#228;nkten, analytischen, rezeptologischen Vorgehensweisen im Kulturmanagement den Ph&#228;nomenen der Praxis nicht gerecht werden. Die zu bearbeitenden Probleme halten sich meist nicht an die Grenzen der Disziplinen&#8221; (S. 15). Sein Konzept zur Entscheidungsfindung geht daher disziplinen&#252;bergreifend vor; dabei werden auch die f&#252;r den Kulturbetrieb zentralen, &#8216;weichen&#8217; Faktoren integriert.</p>
<p>Wird Eingangs (Kapitel 2) vor allem auf kultur- und sozialwissenschaftlich gepr&#228;gte Organisationstheorien (bspw. Niklas Luhmann, Karl Weick, Dirk Baecker) zur&#252;ck gegriffen, so schafft der Autor es im dritten Kapitel, diese entscheidungstheoretischen Ausf&#252;hrungen praxisorientiert umzusetzen, ohne den anspruchsvollen methodischen Weg verlassen zu m&#252;ssen: Diese gelungene stringente Verkn&#252;pfung von Theorie und Praxis hin zu einem integrierten Entscheidungsinstrument geb&#252;hrt Anerkennung und macht die Publikation auch f&#252;r die allgemeine Managementlehre interessant. Denn Martin Tr&#246;ndle entwickelt hier ein einfach zu handhabendes Instrument, das die unausgesprochenen Pr&#228;missen bei Entscheidungen offen legt und gleichzeitig eine multidisziplin&#228;re, ganzheitliche Sichtweise auf Problemstellungen erm&#246;glicht.</p>
<p>In den folgenden Kapiteln (4-7) wird das Konzept Integriertes Kunst- und Kulturmanagement dann ausf&#252;hrlich an Beispielen verdeutlicht und an einem Fallbeispiel stringent durchgespielt. Dabei werden Fragen zum angebotenen Kulturprodukt und dessen Pr&#228;sentation diskutiert und Entscheidungen visualisiert (bspw. zum Programm, zur Konzeption, zur Vermittlung, zur Inszenierung etc.). Besonderen Raum nimmt dabei das Kapitel 7 &#8220;Entscheidungen zur Organisation&#8221; ein, in dem f&#252;r das Kulturmanagement vielf&#228;ltige neue Ideen und Umsetzungsm&#246;glichkeiten zur Organisationsgestaltung von Kulturorganisationen vorgestellt werden (Themen sind: tempor&#228;re Organisationsmodelle, strategischer Partnerschaften, Wissens- und Informationsmanagement, team building und F&#252;hrung etc.).</p>
<p>Kapitel 8 f&#252;gt anschlie&#223;end die verschiedenen gewonnen Erkenntnisse zur integrierenden &#8220;Gesamtschau&#8221; zusammen. Dabei werden auch ethische Aspekte kulturmanagerialer Entscheidungen sowie die wichtige Frage der Umsetzung und Implementierung von getroffenen Entscheidungen diskutiert.<br />
In Kapitel 9 wird das Vorgehen praxisorientiert zusammengefasst; die Anwendbarkeit des Vorgehens zur Entscheidungsfindung, wird durch verschiedene Folien zum Herauskopieren und zahlreiche Fragen zur eigenen Organisation unterst&#252;tzt.</p>
<p>Fazit</p>
<p>Das vorliegende Konzept erm&#246;glicht ein disziplinen&#252;bergreifendes, analysierendes und integrierendes Vorgehen bei der Entscheidungsfindung das auch nicht messbare &#228;sthetische, kulturelle und soziale Gr&#246;&#223;en konzeptionalisiert: das ist neu. Damit bietet die Publikation eine echte Alternative zu bestehenden (monodisziplin&#228;ren) Ans&#228;tzen im Kulturmanagement. Das Konzept er&#246;ffnet eine praxisnahe Perspektive auf das eigene Handeln und erm&#246;glicht Lernf&#228;higkeit. Der origin&#228;re entscheidungsorientierte Ansatz darf als Meilenstein in der Literatur des Kulturmanagements/der Kulturvermittlung bezeichnet werden. Durch die wissenschaftliche Fundierung und die gegl&#252;ckte Verbindung von Theorie und Praxis hebt sich die Publikation wohltuend vom Mainstream ab. Positiv f&#228;llt ebenfalls die hochwertige Produktion der Publikation und die durchgehende gelungene grafische Konzeption mit zahlreichen Abbildungen auf: Ein hervorragendes Buch f&#252;r all diejenigen im Kulturbetrieb, die etwas zu entscheiden haben.</p>
<p>= = = = = = = = = = = = = = = = = = = = = = = = = = = = = = = = = = = =<br />
<em>Rezension von Gerald Mertens, Das Orchester, Ausgabe 10/2006</em></p>
<p>Alles was in einer Organisation passiert, muss entschieden werden.“ Mit dieser Binsenweisheit beginnt der Autor sein erstes Kapitel unter der &#220;berschrift „Theorie und Praxis des Kulturmanagements“. Doch was ist eigentlich das spezifische Problem, weswegen es sich lohnt, ein ganzes Buch &#252;ber Entscheidungsabl&#228;ufe in Kulturbetrieben zu schreiben?<br />
Kulturmanagement ist eine vergleichsweise junge Disziplin, die sich erst in den vergangenen f&#252;nfzehn bis zwanzig Jahren entwickelt hat. Viele Themenbereiche, wie z.B. Kultur-Marketing, -Sponsoring, -Projektmanagement usw. wurden an Hand entsprechender Vorbilder unter anderem aus der Betriebswirtschaftslehre entlehnt und auf den Kulturbereich adaptiert. Doch diese Adaption findet ihre Grenzen dort, wo es um die eigentlichen kulturellen Inhalte selbst und deren Vermittlung geht. Ausgangspunkt f&#252;r das ganze Buch ist also die Frage, welche spezifischen Steuerungs- und Entscheidungsmodelle f&#252;r den Kulturbereich entwickelt werden k&#246;nnen.<br />
Was zun&#228;chst ein wenig theoretisch daherkommt, gewinnt im Verlauf der weiteren Lekt&#252;re durchaus praktische Relevanz. Zun&#228;chst einmal analysiert der Autor Organisationsstrukturen innerhalb von Kulturbetrieben, um dadurch den Rahmen f&#252;r kulturspezifische Entscheidungsprozesse zu entwickeln. Der Leser, dem es hier zu komplex wird, wird durch so genannte „Kontrollfragen“ an die Hand genommen. Diese lauten z.B.: „Wie l&#228;sst sich das Profil des Hauses beschreiben?“ oder „Wie geht man mit Konflikten um?“ Dieser kleine „Trick“ erm&#246;glicht eine pers&#246;nliche Reflexion des Lesers &#252;ber die zuvor ausgebreiteten theoretischen Ans&#228;tze. Eine wichtige Erkenntnis ist, dass – anders als in anderen Managementbereichen – „emotionale Faktoren nicht aus dem Entscheidungsprozess im Kulturmanagement ausgeschlossen werden“ k&#246;nnen.</p>
<p>An Hand eines Fallbeispiels, der Gr&#252;ndung eines neuen Musikfestivals, entwickelt der Autor sodann verschiedene Handlungsfelder, Abgrenzungs- und Skalierungsmodelle, mit denen die erforderlichen Abw&#228;gungs- und Entscheidungsprozesse inhaltlich und visuell dargestellt werden. In einem weiteren Kapitel mit dem Titel „Entscheidungen zum eigenen Verhalten“ werden die nach au&#223;en, also au&#223;erhalb des Kulturbetriebes wirkenden Entscheidungsprozesse dargestellt und analysiert; hier geht es um Fragen wie Marktorientierung, Preisgestaltung und Kommunikation, wobei immer wieder sehr plastisch auf weitere aktuelle Fallbeispiele aus verschiedensten Bereichen des Kulturbetriebs abgestellt wird. Gro&#223;en Umfang nimmt das Kapitel „Entscheiden zur Organisation“ ein. Unter Erl&#228;uterung verschiedener Organisationsstrukturen und -modelle, strategischer Partnerschaften und Netzwerke werden zahlreiche Organisationsabl&#228;ufe und m&#246;gliche Ver&#228;nderungsprozesse – oftmals an Hand von Beispielen von Orchestern, Theatern und Opernh&#228;usern – transparent gemacht. Kommunikationsstrukturen und Wissensmanagement (Nutzung moderner Computer- und Kommunikationstechnik) werden besonders angesprochen.<br />
Im Kapitel „Entscheiden &amp; Handeln“ schlie&#223;lich fasst der Autor die wesentlichen Erkenntnisse und Ergebnisse zusammen, um zum Schluss wohltuend klar zu formulieren, dass an erster Stelle Kunst und Kultur stehen und erst dann das Management folgt. Hier geht es aber zuk&#252;nftig um die Entwicklung ganzheitlicher Strategien. Dabei leistet das vorliegende Buch einen wertvollen Beitrag, sodass es nicht nur Kulturmanagern, sondern allen Entscheidern im Kulturbereich zur Lekt&#252;re empfohlen werden kann.</p>
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<em>Hermann Voesgen, Kulturpolitische Mitteilungen II/2006</em></p>
<p>Bekanntlich neigen Organisationen zu konservativem Verhalten, sie versuchen, bew&#228;hrte Verfahren und Regeln als nicht hinterfragbare Setzungen abzusichern. Auch in &#246;ffentlich gef&#246;rderten Kultureinrichtungen sind solche Abwehrhaltungen g&#228;ngig. W&#228;hrend Einrichtungen der sogenannten freien Kultur laufend ihre Entscheidungen legitimieren m&#252;ssen, k&#246;nnen viele traditionsreiche Orchester und Theater ihre Aktivit&#228;ten immer noch unter den Schutz der nicht zu hinterfragenden „Freiheit der Kunst“ stellen. Aber auch in soziokulturellen Zentren findet man Tendenzen, „einfach zu machen“ und nicht zu problematisieren. Dabei wird der ehemalige Kampfbegriff Soziokultur in eine gesch&#252;tzte Vitrine gestellt und daneben ein konsumorientiertes Konzert- und Partyprogramm durchgezogen.<br />
Aber der Druck auf die Akteure, die bekannten W-Fragen zu beantworten, nimmt zu: Warum bin ich hier, was ist mein besonderer Beitrag, wie unterscheide ich mich von anderen Anbietern? Martin Tr&#246;ndle verschafft uns keine Linderung dieses Drucks, im Gegenteil, er hebt hervor, dass Kulturbetriebe laufend Entscheidungen treffen m&#252;ssen: „Alles, was in einer Kultureinrichtung passiert, muss entschieden werden“. Das klingt wie selbstverst&#228;ndlich, es hat aber weitreichende Folgen. Es gibt kein einvernehmliches „so ist es“, alles muss begr&#252;ndet werden und jedes Mal ist auch eine andere Entscheidung m&#246;glich. Entscheidungen sind also grunds&#228;tzlich relativ. Es gibt, so Tr&#246;ndle, keine Entscheidungen, die sich auf Wahrheit berufen k&#246;nnen, Entscheidungen k&#246;nnen nur angemessen sein in Bezug auf den jeweiligen Kontext. F&#252;r die Beurteilung der Angemessenheit ist auch wichtig zu ber&#252;cksichtigen, was bei den Entscheidungen unber&#252;cksichtigt blieb oder ausgeschlossen wurde.<br />
Das sind f&#252;r das Kulturmanagement keine v&#246;llig neuen Einsichten. Martin Tr&#246;ndle weist selbst darauf hin, dass in einzelnen Bereichen, wie dem Kulturmarketing, Projektmanagement, Kulturfinanzierung und den angewandten Kulturwissenschaften, Entscheidungsverfahren entwickelt wurden. So verf&#252;gt das Kulturmanagement inzwischen &#252;ber ein vielf&#228;ltiges Instrumentarium und Fachwissen f&#252;r die unterschiedlichen Praxisfelder. An Stelle eines verbindenden theoretischen Unterbaus werden unterschiedliche wissenschaftliche Bezugspunkte herangezogen, um die jeweiligen Aspekte analytisch zu unterf&#252;ttern.<br />
Es gibt aber keinen Ansatz, der das gesamte Feld des Kunst- und Kulturmanagements umfasst. Versuche, die im Kulturmanagement involvierten Disziplinen BWL, Kulturwissenschaften, &#196;sthetik, Recht, Kunst-, Theaterwissenschaften etc. zusammenzuf&#252;hren; eine an den Kulturbereich angepasste BWL als „Leitwissenschaft“ zu etablieren, lehnt Tr&#246;ndle ab. Sein Konzept eines integrierten Kunst- und Kulturmanagements basiert vielmehr auf der Systemtheorie. Sie hat den Vorzug, nicht mit den bereits im Kulturmanagement benutzten Theoriezusammenh&#228;ngen verquickt zu sein. Die Systemtheorie verschafft dem Kulturmanager ein Instrument, um den Kunst- und Kulturbereich insgesamt ins Auge zu fassen und nicht beim Wechsel von einem Aufgabenbereich zum anderen (z. B. vom Marketing zum k&#252;nstlerischen Produkt) die Bezugsdisziplinen wechseln zu m&#252;ssen.<br />
Martin Tr&#246;ndle stellt die zentralen Elemente der Systemtheorie im Zusammenhang mit dem Thema Entscheidungsbildung vor. Dieses Kapitel ist besonders auch f&#252;r Leser, die mit der Systemtheorie wenig vertraut sind, sehr lesenwert. Es gelingt dem Autor, wie auch in den anderen Kapiteln, komplexe Ans&#228;tze sehr anschaulich darzustellen.<br />
Im Hauptteil des Buches stellt Tr&#246;ndle sein Konzept der Handlungsfelder vor. Im Feld „Entscheidungen zum Produkt“ geht es um das Werk, die Art der Inszenierung, das Programm und deren Vermittlung. Der zweite Bereich handelt von den „Entscheidungen zur Pr&#228;sentation“, mit den Stichworten Dichte, Szene, wann und wie lange. Das sind die tragenden S&#228;ulen f&#252;r k&#252;nstlerische Beitr&#228;ge, worum es eigentlich geht. Die beiden folgenden Felder sind f&#252;r das Funktionieren der Aktivit&#228;ten unabdingbare St&#252;tzen. Im Bereich “Entscheidungen zum eigenen Verhalten“ stehen die Umweltbeziehungen, das Marketing im Vordergrund, und im Feld „Entscheiden zur Organisation“ geht es darum, wie das Verh&#228;ltnis von F&#252;hren und Zusammenarbeiten angemessen organisiert werden soll.<br />
Die jeweiligen Themen werden durch eine Skalierung operationalisiert und am Beispiel eines Festivals f&#252;r aktuelle Musik anschaulich gemacht. So wird f&#252;r die Entscheidung &#252;ber das Programm des Festivals eine Skala von „standardisiert, reproduktiv, Nummerprogramm, eher &#246;konomische Kriterien“ bis „individuell, produktiv, Konzertkompositionen, Exklusivorientierung, eher k&#252;nstlerische Kriterien“ gebildet.<br />
Alle angef&#252;hrten Aspekte findet man in diversen Handb&#252;chern, mit &#228;hnlichen Hinweisen und Kriterien. Die besondere Leistung des vorliegenden Buchs ist die Zusammenschau der unterschiedlichen Aspekte. Dadurch wird es m&#246;glich, den gesamten Entscheidungsprozess in den Blick zu nehmen. Der Autor zeigt, dass Kulturmanagement mit der Systemtheorie ein begriffliches Instrumentarium nutzen kann, um die „Kleinstaaterei“ der Bezugswissenschaften zu &#252;berwinden.</p>
<p>Martin Tr&#246;ndle liefert mit seiner Arbeit einen wichtigen Beitrag zur theoretischen Fundierung des Faches Kulturmanagement. Zwei wesentliche Anforderungen an Kulturmanagement sind Interdisziplinarit&#228;t und eine fortlaufende Theorie –Praxis Vermittlung. Beide Anforderung erf&#252;llt Martin Tr&#246;ndle mit seinem Buch. Durch seinen systemtheoretischen Ansatz findet keine Auf- oder Abwertung von Teilbereichen statt, wie oft in Diskussionen &#252;ber die Ausbildung von Kulturmanagern. Das Konzept des integrierten Kultur- und Kunstmanagements ist ein offener Denkrahmen, „dessen inhaltliche Kategorien auf die konkrete Anwendungssituation der jeweiligen Kulturorganisation zugeschnitten werden m&#252;ssen“. Das Wechselspiel zwischen Theorie und Praxis gelingt dem Autor eindrucksvoll. Neben den theoretischen Beitr&#228;gen funktioniert das Buch auch als Handbuch f&#252;r die Praxis. F&#252;r anstehende Entscheidungen finden die Akteure in den Kultureinrichtungen systematisch bearbeitbare Entscheidungsrahmen, bis hin zu Kontrollfragen, die wie Checklisten zu nutzen sind.<br />
Was will man mehr?</p>
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		<title>Selbstmanagement im Musikbetrieb: Handbuch f&#252;r Musikschaffende.</title>
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		<pubDate>Sun, 28 Oct 2007 14:14:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>martin.troendle</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Audience development]]></category>
		<category><![CDATA[Besucherforschung]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Musikbetrieb]]></category>
		<category><![CDATA[Musikmanagement]]></category>
		<category><![CDATA[Musikvermittlung]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Schneidewind, Petra / Martin Tr&#246;ndle (2003) (Hg.): Selbstmanagement im Musikbetrieb: Handbuch f&#252;r Musikschaffende. Bielefeld: Transcript.<br />
<a href="http://www.amazon.de/Selbstmanagement-Musikbetrieb-Handbuch-f%C3%BCr-Musikschaffende/dp/3899421337/ref=sr_1_2?ie=UTF8&#38;s=books&#38;qid=1224507981&#38;sr=8-2">amazon link</a></p>
<h3>Kurzbeschreibung</h3>
<p>Absolventen von Musikhochschulen genau wie Profimusiker machen immer &#246;fter die Erfahrung, dass instrumentales oder vokales K&#246;nnen alleine nicht ausreicht, um auf dem heutigen Musikmarkt bestehen zu k&#246;nnen. Dieses Handbuch versammelt das f&#252;r die Professionalisierung von Musikschaffenden notwendige Managementwissen und stellt es in kompakter und auf den praktischen Gebrauch zugeschnittenen Form&#8230;</p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Schneidewind, Petra / Martin Tr&#246;ndle (2003) (Hg.): Selbstmanagement im Musikbetrieb: Handbuch f&#252;r Musikschaffende. Bielefeld: Transcript.<br />
<a href="http://www.amazon.de/Selbstmanagement-Musikbetrieb-Handbuch-f%C3%BCr-Musikschaffende/dp/3899421337/ref=sr_1_2?ie=UTF8&amp;s=books&amp;qid=1224507981&amp;sr=8-2">amazon link</a></p>
<h3>Kurzbeschreibung</h3>
<p>Absolventen von Musikhochschulen genau wie Profimusiker machen immer &#246;fter die Erfahrung, dass instrumentales oder vokales K&#246;nnen alleine nicht ausreicht, um auf dem heutigen Musikmarkt bestehen zu k&#246;nnen. Dieses Handbuch versammelt das f&#252;r die Professionalisierung von Musikschaffenden notwendige Managementwissen und stellt es in kompakter und auf den praktischen Gebrauch zugeschnittenen Form bereit. Die Themen des Handbuchs sind u.a. Marketing und &#214;ffentlichkeitsarbeit, Projektf&#246;rderung, Konzertkonzeptionen, Publikumssoziologie, Urheber- und Verwertungsrechte sowie die Arbeitsweisen von Autoren, Veranstaltern und Tontr&#228;gerproduzenten. Das von ausgewiesenen Fachleuten des Musikbetriebes verfasste Handbuch richtet sich an Musikschaffende im gesamten deutschsprachigen Raum.</p>
<p><strong>Rezensionen</strong></p>
<p><em>Gerald Mertens, in: Das Orchester, Ausgabe 03/2004, S. 75</em></p>
<p>Das berufliche Umfeld f&#252;r professionelle Musiker befindet sich in einem raschen Wandel, wenn nicht gar im Umbruch. <span id="more-70"></span>L&#228;ngst nicht alle, die Instrumentalmusik studieren, k&#246;nnen sp&#228;ter auch davon leben, geschweige denn eine der immer rarer werdenden Orchesterstellen oder eine Vollzeitstelle an einer Musikschule ergattern. Immer mehr Absolventen werden daher entweder zur Zweitausbildung, zum Berufswechsel oder in die Selbstst&#228;ndigkeit und freie Ensembles gedr&#228;ngt. F&#252;r diese Lebenssituation sind sie allerdings in der Regel nicht ausreichend ger&#252;stet und vorbereitet.<br />
Genau hier liegt der Ansatz f&#252;r das Buch zum Selbstmanagement f&#252;r Musiker. Die Herausgeber sowie verschiedene Fachautoren aus Deutschland, &#214;sterreich und der Schweiz nehmen sich dem Thema unter verschiedenen Blickwinkeln an. Das erste Kapitel behandelt schwerpunktm&#228;&#223;ig die Themen Musikmanagement und Musikvermittlung. Einem Abriss &#252;ber die Entwicklung und den heutigen Stand des Konzertwesens folgt eine Betrachtung der Publikumsstrukturen. Hierbei wird u. a. deutlich, dass Musikinstitutionen ebenso wie Kammermusikgruppen oder Solok&#252;nstler immer noch viel zu wenig ihr potenzielles Publikum kennen, wahrnehmen oder aktiv erschlie&#223;en und daher ihre Angebote nicht so wirksam in den Musikmarkt einbringen, wie es eigentlich m&#246;glich und erforderlich w&#228;re.<br />
Den Schwerpunkt bildet das zweite Kapitel, etwas untertreibend oder unscharf mit dem Titel „Selbstmanagement&#8221; &#252;berschrieben, denn es geht nicht um das Erkennen und &#220;berwinden pers&#246;nlicher Zeitfallen, sondern vielmehr um Themen, die &#252;ber das eigentliche „Selbst&#8221;-Management weit hinausgehen. Es beginnt mit der Darstellung der Grundz&#252;ge verschiedener Managementmethoden u. a. am Beispiel der Vorbereitung, Durchf&#252;hrung und Abwicklung eines Konzertauftritts. &#220;ber 30 weitere Seiten sind einem geballten und praxisnahen &#220;berblick &#252;ber Marketing-Methoden gewidmet, erg&#228;nzt durch einige Beispielf&#228;lle. Breiten Raum nehmen auch die Ausf&#252;hrungen zur geeigneten &#214;ffentlichkeitsarbeit und Werbung ein. Instruktiv sind hierbei etliche Leitf&#228;den und Checklisten f&#252;r Publikumsbefragungen, zur Kampagnenplanung oder zur Erstellung von K&#252;nstlermappen. Besonders gelungen sind die Hinweise zum korrekten Einsatz des Internets und der Online-Pressearbeit; Themenfelder, in denen auch von gro&#223;en Kulturinstitutionen oftmals noch einiges dem Zufall oder gar der Unprofessionalit&#228;t &#252;berlassen wird.<br />
Das dritte Kapitel ist dem Thema Recht gewidmet. Angesprochen werden die Bereiche Verwertungsrechte, Urheberrechte, Sozialversicherungsfragen, Steuerrecht und Vertragsrecht. Diese Rechtsgebiete werden &#8211; auch f&#252;r Nichtjuristen gut verst&#228;ndlich &#8211; zun&#228;chst f&#252;r das deutsche Recht und dann f&#252;r das Recht der Schweiz abgehandelt. Beim Thema Vertragsrecht sind ein Muster-Konzertvertrag und eine Muster-B&#252;hnenanweisung abgedruckt. Das vierte Kapitel schlie&#223;lich befasst sich mit den „Partnern im Musikbetrieb&#8221;, also K&#252;nstlervermittlungen und Agenturen, der Tontr&#228;gerindustrie und den Musikverlagen.<br />
Im Anhang finden sich zahlreiche Literaturhinweise sowie Internetadressen. Bedauerlich ist, dass auf die Erstellung und den Abdruck eines Stichwortverzeichnisses verzichtet wurde; dies w&#252;rde den Gebrauchswert des Buchs gewiss erh&#246;hen. Trotz dieses kleinen Mankos ist die Lekt&#252;re nicht nur den eingangs beschriebenen Musikern auf dem Weg in die Selbstst&#228;ndigkeit, sondern auch Orchestermanagern, Kammermusikgruppen und Solisten durchaus zu empfehlen.</p>
<p>= = = = = = = = = = = = = = = = = = = = = = = = = = = = = = = = = = = =<br />
<em>Marcus Axt, Korrespondent, Kulturmanagement Network</em></p>
<p>Eine junge Karriere aufzubauen, braucht Zeit, Geduld, Konstanz und ein gewisses Ma&#223; an Hartn&#228;ckigkeit. Nicht immer sind Manager oder Agenten die richtige (oder m&#246;gliche) Wahl f&#252;r den Weg auf das Konzertpodium oder die Opernb&#252;hne. Abhilfe will das Kompendium „Selbstmanagement im Musikbetrieb&#8221; schaffen. Von den Herausgebern etwas irref&#252;hrend als „Handbuch f&#252;r Musikschaffende&#8221; bezeichnet, ist es mehr als das und doch nicht genug.</p>
<p>Was der Titel verspricht, kann ein Handbuch nur insofern leisten, als es die f&#252;r den Musikbetrieb verbindlichen rechtlichen, finanziellen und organisatorischen Informationen bereitstellt. Somit vermag dieses Handbuch f&#252;r den Musiker am Beginn seiner Karriere den „Businessmanager&#8221; zu ersetzen, den andernfalls die K&#252;nstleragentur anbieten w&#252;rde; den Verzicht auf einen „Personalmanager&#8221; dagegen, einen Mentor, der behutsam Kontakte und Karriere plant, wird es nicht wettmachen.</p>
<p>&#220;ber die H&#228;lfte der rund 300 Seiten sind allein dem komplizierten Thema „Recht&#8221; im Musikbetrieb in Deutschland und der Schweiz gewidmet und geben kompetent &#252;ber die Modalit&#228;ten und Besonderheiten u.a. von Urheber- und Vertragsrecht, Sozialversicherung, Steuern oder Altersvorsorge Auskunft. Der titelgebende Abschnitt &#252;ber „Selbstmanagement&#8221; f&#252;llt indessen nur knapp ein Drittel des Buches und umrei&#223;t konzise und sachkundig die Bereiche Selbstorganisation, Marketing, &#214;ffentlichkeitsarbeit und Finanzierung.</p>
<p>Ein erhebliches Manko dieser Anleitung zum Projektmanagement ist allerdings, da&#223; sie gro&#223;enteils auf die Finanzierung von Projekten durch Drittmittel fokussiert ist. Das heikle Thema der Grundversorgung junger K&#252;nstler &#8211; wie bekomme ich die ersten Engagements, wie komme ich an eine Festanstellung, wie finanziere ich meinen Lebensunterhalt &#8211; ist nicht Thema dieses Buches. Um so mehr sind dessen Inhalte f&#252;r den Kulturmanager, den Konzertveranstalter oder den Agenten ebenso wertvoll wie f&#252;r den hier (haupts&#228;chlich) angesprochenen Musikschaffenden. Allen praktischen Hinweisen vorangestellt ist ein Memento mori des klassischen Musikbetriebs, das hellsichtig die Musealisierung der Konzertsituation aufzeigt und Gedankenanst&#246;&#223;e f&#252;r eine konzeptionelle Neuorientierung vermittelt.</p>
<p>Erg&#228;nzend werden wichtige Partner im Musikbetrieb vorgestellt: eine Anleitung, die richtige Agentur zu finden, erg&#228;nzt zwei Essays &#252;ber Chancen und Risiken der Musikverlage und der Tontr&#228;gerindustrie. Schade, da&#223; keine Hinweise zum Umgang mit dem vierten wichtigen Partner des Musikers, dem Veranstalter, gegeben werden &#8211; hier w&#252;rde die Theorie des (Selbst-) Managements von Projekten ihre praxisrelevante Anwendung finden.</p>
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<em>Kathrin Hauser-Schmolck, in: Neue Musik Zeitung, nmz 2004/03, 53. Jahrgang, S. 51 </em></p>
<p>Selbstmanagement f&#252;r Musikschaffende &#8211; vor ein paar Jahren w&#228;re das vielleicht noch kein Thema f&#252;r ein Handbuch gewesen. Heute ist der Markt f&#252;r Musiker enger geworden, auch in Deutschland und der Schweiz (denn mit beiden L&#228;ndern befasst sich das j&#252;ngst erschienene Buch). Es gibt ein &#220;berangebot an Musikern und k&#252;nstlerische Qualit&#228;t allein gen&#252;gt nicht mehr, um sich auf dem Markt durchzusetzen, einen Platz in einem Orchester zu bekommen, eine Solistenlaufbahn einzuschlagen oder sich als Kammermusikensemble zu etablieren. Eine Portion Selbstmanagement und -marketing geh&#246;rt auf jeden Fall und auf jeder Stufe der Karriere dazu. Und es wird immer wichtiger, je enger der Markt ist.</p>
<p>Petra Schneidewind vom Institut f&#252;r Kulturmanagement in Ludwigsburg und Martin Tr&#246;ndle, Dozent f&#252;r Musikmanagement an der Hochschule f&#252;r Musik und Theater in Bern, haben das Thema Selbstmanagement im Musikbetrieb systematisiert und als Handbuch f&#252;r Musikschaffende herausgebracht. Es ist das erste deutschsprachige Buch, das das Thema Selbstmanagement wirklich gr&#252;ndlich f&#252;r den Musikmarkt bearbeitet. Es versucht den Spagat zwischen Wissenschaft und Praxis und geht dabei weit &#252;ber das Thema Selbstmanagement hinaus. In einem Kapitel „Musikmanagement und Musikvermittlung&#8221; wird das Konzertwesen vom Mittelalter bis heute oder auch das Publikum als Zielgruppe untersucht. Die rechtlichen Grundlagen vom Urheber- &#252;ber das Steuer- bis zum Vertragsrecht nehmen quantitativ den gr&#246;&#223;ten Platz im Handbuch ein.</p>
<p>Die „Partner im Musikbetrieb&#8221;, Agenturen, Tontr&#228;gerindustrie und Verlage, werden in einem eigenen Kapitel behandelt (wenn auch die Konzertveranstalter als Partner dabei fast in Vergessenheit geraten sind sowie die Frage, wie komme ich als Musiker an Veranstalter oder eine Orchesterstelle, im Kapitel „Selbstmanagement&#8221;). Das Kapitel „Selbstmanagement&#8221; umrei&#223;t pr&#228;zise, gut lesbar und um praktische Fallbeispiele und Checklisten erg&#228;nzt die Bereiche Management, Marketing, &#214;ffentlichkeitsarbeit, Werbung und Finanzierung von Projekten.</p>
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