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Selbstmanagement im Musikbetrieb: Handbuch für Musikschaffende.

Schneidewind, Petra / Martin Tröndle (2003) (Hg.): Selbstmanagement im Musikbetrieb: Handbuch für Musikschaffende. Bielefeld: Transcript.
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Kurzbeschreibung

Absolventen von Musikhochschulen genau wie Profimusiker machen immer öfter die Erfahrung, dass instrumentales oder vokales Können alleine nicht ausreicht, um auf dem heutigen Musikmarkt bestehen zu können. Dieses Handbuch versammelt das für die Professionalisierung von Musikschaffenden notwendige Managementwissen und stellt es in kompakter und auf den praktischen Gebrauch zugeschnittenen Form bereit. Die Themen des Handbuchs sind u.a. Marketing und Öffentlichkeitsarbeit, Projektförderung, Konzertkonzeptionen, Publikumssoziologie, Urheber- und Verwertungsrechte sowie die Arbeitsweisen von Autoren, Veranstaltern und Tonträgerproduzenten. Das von ausgewiesenen Fachleuten des Musikbetriebes verfasste Handbuch richtet sich an Musikschaffende im gesamten deutschsprachigen Raum.

Rezensionen

Gerald Mertens, in: Das Orchester, Ausgabe 03/2004, S. 75

Das berufliche Umfeld für professionelle Musiker befindet sich in einem raschen Wandel, wenn nicht gar im Umbruch. Längst nicht alle, die Instrumentalmusik studieren, können später auch davon leben, geschweige denn eine der immer rarer werdenden Orchesterstellen oder eine Vollzeitstelle an einer Musikschule ergattern. Immer mehr Absolventen werden daher entweder zur Zweitausbildung, zum Berufswechsel oder in die Selbstständigkeit und freie Ensembles gedrängt. Für diese Lebenssituation sind sie allerdings in der Regel nicht ausreichend gerüstet und vorbereitet.
Genau hier liegt der Ansatz für das Buch zum Selbstmanagement für Musiker. Die Herausgeber sowie verschiedene Fachautoren aus Deutschland, Österreich und der Schweiz nehmen sich dem Thema unter verschiedenen Blickwinkeln an. Das erste Kapitel behandelt schwerpunktmäßig die Themen Musikmanagement und Musikvermittlung. Einem Abriss über die Entwicklung und den heutigen Stand des Konzertwesens folgt eine Betrachtung der Publikumsstrukturen. Hierbei wird u. a. deutlich, dass Musikinstitutionen ebenso wie Kammermusikgruppen oder Solokünstler immer noch viel zu wenig ihr potenzielles Publikum kennen, wahrnehmen oder aktiv erschließen und daher ihre Angebote nicht so wirksam in den Musikmarkt einbringen, wie es eigentlich möglich und erforderlich wäre.
Den Schwerpunkt bildet das zweite Kapitel, etwas untertreibend oder unscharf mit dem Titel „Selbstmanagement” überschrieben, denn es geht nicht um das Erkennen und Überwinden persönlicher Zeitfallen, sondern vielmehr um Themen, die über das eigentliche „Selbst”-Management weit hinausgehen. Es beginnt mit der Darstellung der Grundzüge verschiedener Managementmethoden u. a. am Beispiel der Vorbereitung, Durchführung und Abwicklung eines Konzertauftritts. Über 30 weitere Seiten sind einem geballten und praxisnahen Überblick über Marketing-Methoden gewidmet, ergänzt durch einige Beispielfälle. Breiten Raum nehmen auch die Ausführungen zur geeigneten Öffentlichkeitsarbeit und Werbung ein. Instruktiv sind hierbei etliche Leitfäden und Checklisten für Publikumsbefragungen, zur Kampagnenplanung oder zur Erstellung von Künstlermappen. Besonders gelungen sind die Hinweise zum korrekten Einsatz des Internets und der Online-Pressearbeit; Themenfelder, in denen auch von großen Kulturinstitutionen oftmals noch einiges dem Zufall oder gar der Unprofessionalität überlassen wird.
Das dritte Kapitel ist dem Thema Recht gewidmet. Angesprochen werden die Bereiche Verwertungsrechte, Urheberrechte, Sozialversicherungsfragen, Steuerrecht und Vertragsrecht. Diese Rechtsgebiete werden – auch für Nichtjuristen gut verständlich – zunächst für das deutsche Recht und dann für das Recht der Schweiz abgehandelt. Beim Thema Vertragsrecht sind ein Muster-Konzertvertrag und eine Muster-Bühnenanweisung abgedruckt. Das vierte Kapitel schließlich befasst sich mit den „Partnern im Musikbetrieb”, also Künstlervermittlungen und Agenturen, der Tonträgerindustrie und den Musikverlagen.
Im Anhang finden sich zahlreiche Literaturhinweise sowie Internetadressen. Bedauerlich ist, dass auf die Erstellung und den Abdruck eines Stichwortverzeichnisses verzichtet wurde; dies würde den Gebrauchswert des Buchs gewiss erhöhen. Trotz dieses kleinen Mankos ist die Lektüre nicht nur den eingangs beschriebenen Musikern auf dem Weg in die Selbstständigkeit, sondern auch Orchestermanagern, Kammermusikgruppen und Solisten durchaus zu empfehlen.

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Marcus Axt, Korrespondent, Kulturmanagement Network

Eine junge Karriere aufzubauen, braucht Zeit, Geduld, Konstanz und ein gewisses Maß an Hartnäckigkeit. Nicht immer sind Manager oder Agenten die richtige (oder mögliche) Wahl für den Weg auf das Konzertpodium oder die Opernbühne. Abhilfe will das Kompendium „Selbstmanagement im Musikbetrieb” schaffen. Von den Herausgebern etwas irreführend als „Handbuch für Musikschaffende” bezeichnet, ist es mehr als das und doch nicht genug.

Was der Titel verspricht, kann ein Handbuch nur insofern leisten, als es die für den Musikbetrieb verbindlichen rechtlichen, finanziellen und organisatorischen Informationen bereitstellt. Somit vermag dieses Handbuch für den Musiker am Beginn seiner Karriere den „Businessmanager” zu ersetzen, den andernfalls die Künstleragentur anbieten würde; den Verzicht auf einen „Personalmanager” dagegen, einen Mentor, der behutsam Kontakte und Karriere plant, wird es nicht wettmachen.

Über die Hälfte der rund 300 Seiten sind allein dem komplizierten Thema „Recht” im Musikbetrieb in Deutschland und der Schweiz gewidmet und geben kompetent über die Modalitäten und Besonderheiten u.a. von Urheber- und Vertragsrecht, Sozialversicherung, Steuern oder Altersvorsorge Auskunft. Der titelgebende Abschnitt über „Selbstmanagement” füllt indessen nur knapp ein Drittel des Buches und umreißt konzise und sachkundig die Bereiche Selbstorganisation, Marketing, Öffentlichkeitsarbeit und Finanzierung.

Ein erhebliches Manko dieser Anleitung zum Projektmanagement ist allerdings, daß sie großenteils auf die Finanzierung von Projekten durch Drittmittel fokussiert ist. Das heikle Thema der Grundversorgung junger Künstler – wie bekomme ich die ersten Engagements, wie komme ich an eine Festanstellung, wie finanziere ich meinen Lebensunterhalt – ist nicht Thema dieses Buches. Um so mehr sind dessen Inhalte für den Kulturmanager, den Konzertveranstalter oder den Agenten ebenso wertvoll wie für den hier (hauptsächlich) angesprochenen Musikschaffenden. Allen praktischen Hinweisen vorangestellt ist ein Memento mori des klassischen Musikbetriebs, das hellsichtig die Musealisierung der Konzertsituation aufzeigt und Gedankenanstöße für eine konzeptionelle Neuorientierung vermittelt.

Ergänzend werden wichtige Partner im Musikbetrieb vorgestellt: eine Anleitung, die richtige Agentur zu finden, ergänzt zwei Essays über Chancen und Risiken der Musikverlage und der Tonträgerindustrie. Schade, daß keine Hinweise zum Umgang mit dem vierten wichtigen Partner des Musikers, dem Veranstalter, gegeben werden – hier würde die Theorie des (Selbst-) Managements von Projekten ihre praxisrelevante Anwendung finden.

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Kathrin Hauser-Schmolck, in: Neue Musik Zeitung, nmz 2004/03, 53. Jahrgang, S. 51

Selbstmanagement für Musikschaffende – vor ein paar Jahren wäre das vielleicht noch kein Thema für ein Handbuch gewesen. Heute ist der Markt für Musiker enger geworden, auch in Deutschland und der Schweiz (denn mit beiden Ländern befasst sich das jüngst erschienene Buch). Es gibt ein Überangebot an Musikern und künstlerische Qualität allein genügt nicht mehr, um sich auf dem Markt durchzusetzen, einen Platz in einem Orchester zu bekommen, eine Solistenlaufbahn einzuschlagen oder sich als Kammermusikensemble zu etablieren. Eine Portion Selbstmanagement und -marketing gehört auf jeden Fall und auf jeder Stufe der Karriere dazu. Und es wird immer wichtiger, je enger der Markt ist.

Petra Schneidewind vom Institut für Kulturmanagement in Ludwigsburg und Martin Tröndle, Dozent für Musikmanagement an der Hochschule für Musik und Theater in Bern, haben das Thema Selbstmanagement im Musikbetrieb systematisiert und als Handbuch für Musikschaffende herausgebracht. Es ist das erste deutschsprachige Buch, das das Thema Selbstmanagement wirklich gründlich für den Musikmarkt bearbeitet. Es versucht den Spagat zwischen Wissenschaft und Praxis und geht dabei weit über das Thema Selbstmanagement hinaus. In einem Kapitel „Musikmanagement und Musikvermittlung” wird das Konzertwesen vom Mittelalter bis heute oder auch das Publikum als Zielgruppe untersucht. Die rechtlichen Grundlagen vom Urheber- über das Steuer- bis zum Vertragsrecht nehmen quantitativ den größten Platz im Handbuch ein.

Die „Partner im Musikbetrieb”, Agenturen, Tonträgerindustrie und Verlage, werden in einem eigenen Kapitel behandelt (wenn auch die Konzertveranstalter als Partner dabei fast in Vergessenheit geraten sind sowie die Frage, wie komme ich als Musiker an Veranstalter oder eine Orchesterstelle, im Kapitel „Selbstmanagement”). Das Kapitel „Selbstmanagement” umreißt präzise, gut lesbar und um praktische Fallbeispiele und Checklisten ergänzt die Bereiche Management, Marketing, Öffentlichkeitsarbeit, Werbung und Finanzierung von Projekten.